von Neo Simmerling
Mit seinem Einsatz in der Futsal-Bundesliga beim Spiel zwischen Young Boys Balkan und Weilimdorf durfte Philip Bürger-Schoenemann Anfang des Jahres ein besonderes Highlight erleben. Vor über 400 Zuschauern leitete er eine intensive und temporeiche Partie auf höchstem nationalen Niveau. Im Gespräch gibt er Einblicke in seine Vorbereitung, die Besonderheiten des Futsals und seine persönliche Sicht auf das Schiedsrichterwesen.
"Futsal auf diesem Niveau leiten zu dürfen, bedeutet mir sehr viel"
Für Philip ist der Einsatz in der Futsal-Bundesliga etwas ganz Besonderes: „Es ist das Größte, Futsal-Spiele auf diesem Niveau leiten zu dürfen.“ Gerade die hohe Geschwindigkeit und die intensive Atmosphäre machen den Reiz dieser Spiele aus. Gleichzeitig sei die Vorbereitung deutlich umfangreicher als bei einem klassischen Fußballspiel auf dem Rasen. „Die Vor- und Nachbereitung gestaltet sich intensiver, dennoch lernt man in jedem Spiel unglaublich viel dazu.“
Besonders herausfordernd sei die Dynamik des Spiels. Durch das kleinere Spielfeld und die hohe Geschwindigkeit müssten Situationen blitzschnell bewertet werden. „Das Schwierigste ist es, das Spiel richtig zu antizipieren und Bilder in dieser Geschwindigkeit quasi einzufrieren.“ Im Vergleich zum Feldfußball sei Futsal deutlich technischer und schneller.
Kommunikation, Transparenz und Teamarbeit
Während seiner Spielleitungen legt Philip besonderen Wert auf eine transparente Linie sowie auf eine gute Kommunikation mit Spielern, Offiziellen und dem eigenen Team. „Kommunikation und Teamarbeit sind enorm wichtig – und natürlich darf auch der Spaß nicht fehlen.“
Auch abseits des Spielfeldes bringt ihn das Schiedsrichterwesen weiter. Besonders schätzt er die vielen Begegnungen und Erfahrungen: „Woche für Woche unterwegs zu sein und neue Leute kennenzulernen, gehört zu den schönsten Dingen an diesem Hobby.“
Viele Menschen würden die Aufgabe eines Schiedsrichters unterschätzen, findet Philip: „Viele erkennen gar nicht die Vielseitigkeit dieses Jobs.“ Neben den Entscheidungen auf dem Platz gehöre auch Vorbereitung, Kommunikation und der Umgang mit Drucksituationen dazu.
Musik, Nervosität und klare Ziele
Vor großen Spielen reist Philip lieber frühzeitig an. Trotz seiner Erfahrung sei er vor wichtigen Partien „eher nervös als entspannt“. Zur Vorbereitung gehört für ihn vor allem eines: Musik hören und sich mental auf das Spiel einstimmen.
Seine eigenen Stärken beschreibt er mit drei Worten: zielstrebig, ehrlich und kameradschaftlich.
Tipps für junge Futsal-Schiedsrichter
Jungen Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern, die sich für Futsal interessieren, gibt Philip einen klaren Rat mit auf den Weg: „Man sollte sich Bundesligaspiele anschauen und dabei besonders auf Auftreten, Körpersprache und Kommunikation der Schiedsrichter achten.“ Außerdem empfiehlt er, möglichst viele Hallen- und Futsalturniere im Kreis zu leiten, um praktische Erfahrungen zu sammeln und Schritt für Schritt zu wachsen.
(Bilder: Thomas Partner / FuPa)








